Fitnessuhr Test: Vier starke Modelle
unter 130 Euro

Einfach nur Schritte zählen war gestern. Fitness-Tracker und Fitnessuhren werden mit immer mehr Sensoren ausgestattet und bieten eine große Funktionsvielfalt, auch wenn sie in der Regel nicht mit ausgewachsenen Smartwatches mithalten können. Doch das ist auch gar nicht der Anspruch, denn auch wenn sich mit einigen Modellen telefonieren lässt, im Vordergrund stehen hauptsächlich das Messen von Gesundheits- und Fitnesswerten. Mittlerweile gibt es eine fast unüberschaubare Anzahl an verschiedenen Modellen, sodass du unter Umständen Probleme hast, dich innerhalb des zur Verfügung stehenden Angebots zu orientieren.

Um dir die Entscheidung zu vereinfachen und dir einen Überblick über die grundlegenden Funktionen zu geben, habe ich mir einige Fitnessuhren mal genauer angesehen. Im Folgenden will ich dir vier Modelle aus dem Einstiegssegment vorstellen, die sich nicht nur optisch in einigen Punkten unterscheiden.

Fitbit Charge 4

Der Hersteller Fitbit zählt zu den ersten, die sich auf Fitness-Tracker spezialisiert haben und eine breite Produktpalette an Wearables anbieten. Der Fitbit Charge 4 bietet noch einmal wesentlich mehr Funktionen als das Vorgängermodell und richtet sich vornehmlich an Personen, die sportliche Aktivitäten möglichst umfassend aufzeichnen möchten. Das Design des Fitbit Charge vier ist extrem schlicht gehalten. Das Gehäuse aus Kunststoffharz macht einen grundsoliden Eindruck, das mit einem dezenten Karo-Muster versehe Kunststoff-Armband liegt sehr angenehm an, sodass du den Tracker beim Tragen kaum spürst. Ausgestattet ist der Fitbit Charge 4 mit den üblichen Sensoren: Barometer, Beschleunigungssensor, GPS, Pulsuhr, Sauerstoffsensor.

Die GPS-Funktion ist mittlerweile Standard bei Fitnessuhren und ermöglicht es beispielsweise, Distanz und Kilometer zu tracken und absolvierte Strecken im Nachhinein per App auf einer Karte zu visualisieren. So können Trainingseinheiten oder auch der Trainingsfortschritt zusammen mit anderen aufgezeichneten persönlichen Fitnessdaten analysiert werden. Darüber hinaus bietet die Fitbit Charge 4 zusätzliche Funktionen wie Tagesform-Index, erweiterte Schlaf- und Stressanalysen und mehr, dafür muss allerdings ein kostenpflichtiges Fitbit-Premium-Abo abgeschlossen werden.

Ein kleines Manko ist meiner Meinung nach der deutlich erkennbare Spalt zwischen dem Gehäuse und dem Armband. Hier hätte die Verarbeitung noch etwas besser ausfallen können, um Dreck, Staub oder auch Sand keine Möglichkeit zu geben, sich in dem Spalt anzusammeln. Das Display des Fitbit Charge 4 könnte ebenfalls etwas besser sein, bei starker Sonneneinstrahlung ist es  unter Umständen schwer es abzulesen. 

Insgesamt überzeugt der Uhr mit einem großen Funktionsumfang und einer dezenten Optik. Vor allem die Option per Spotify-App jederzeit auf die Lieblingssongs zugreifen ist ein großer Vorteil für alle, die auch während des Sports gerne Musik hören. Die Fitbit Charge 4 ist meiner Meinung nach in dieser Preisklasse kaum zu schlagen. Du bekommst nur schwierig vergleichbare Modelle mit ähnlichen Funktionen. (Schau dir doch mal die Amazon Bestseller so an…)

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Amazfit GTS 2 Mini

Mit der GTS 2 Mini hat Amazfit das bislang kompakteste Modell seiner Fitnessuhr-Serie auf den Markt gebracht. Im Gegensatz zum Schwestermodell GTS 2 müssen Träger allerdings neben der Größe auch ein paar Einschränkungen im Funktionsumfang in Kauf nehmen.

Das Gehäuse ist recht flach und macht die Uhr kompakt und handlich, trotz des recht kleinen Display lässt sich der Bildschirminhalt jederzeit gut ablesen. Der an der rechten Seite befindliche Drucktaste kann eine bestimmte App zugewiesen werden, wodurch diese bei Bedarf sofort abgerufen werden kann. Mittels des integrierten Mikrofons kann auch ein Sprachassistent genutzt werden, in diesem Fall Alexa, dafür ist allerdings eine stabile Verbindung zum Smartphone notwendig. Die GTS 2 Mini verfügt über Barometer, Beschleunigungssensor, GPS, Gyroskop, Pulsuhr und Sauerstoffsensor und bietet somit die wichtigsten Funktionen, die eine Fitnessuhr haben sollte.

Wie bei allen Uhren, die nicht über einen 3D-Kompass verfügen, muss die GTS 2 Mini immer waagerecht gehalten werden, damit der Kompass dir auch die korrekte Richtung anzeigt. Wenn der Kompass aber nur gelegentlich genutzt wird, stellt diese Einschränkung für mich kein ernsthaftes Problem dar. Der Akku hält im Gegensatz zu anderen Fitnessuhren erstaunlich lange, sofern du die GPS-Funktion nicht permanent nutzt, bis zu zwei Wochen. 

Mit weniger als 20 Gramm ist die GTS 2 Mini ein echtes Fliegengewicht und bietet ein wirklich angenehmes Tragegefühl. Trotz der geringen Größe ist sie alles in allem eine solide Fitnessuhr mit viel Funktionen und einem fairen Preis, bei dem du auf keinen Fall etwas falsch machen kannst. Ein wenig gestört hat mich allerdings die fehlende Displaysperre, ein Problem, das sicherlich durch ein Update behoben werden kann.

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Amazfit GTR 2e

Die GTR 2e von Amazfit kommt mit einem eher klassisch gehaltenen, unauffälligen Design daher und ist definitiv eine Fitnessuhr, die ohne Probleme auch zu eleganten Anlässen getragen werden kann. Trotz des geringen Gewichts macht die Uhr einen sehr robusten Eindruck, das Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt. Mit einem Durchmesser von 46 cm bietet das Display der Uhr viel Platz, was sehr aufgeräumte Menüs erlaubt durch die man intuitiv navigieren kann. Auf der rechten Seite der Uhr befinden sich zwei zusätzliche Knöpfe, denen sich beliebige Funktionen zuweisen lassen.

Das AMOLED-Display ist bei diesem Modell unter Curved-Glas verbaut, die dadurch entstehende Wölbung wird Design-technisch im abgerundeten Gehäuse aufgegriffen, was mir gut gefällt. Ebenfalls lobenswert muss die Akkulaufzeit erwähnt werden. Das e steht bei der GTR 2e möglicherweise für Energie, denn im Gegensatz zur nahezu baugleichen GTR 2 hält der Akku mit  bis zu 24 Tagen deutlich länger, bis er wieder geladen werden muss.  Zwar kannst du auch MP3s auf die GTR 2e laden und so Musik hören, auf Streamingdienste wie Spotify und Co. kannst du allerdings nicht zugreifen. Dieses Modell von Amazfit verfügt über Barometer, Beschleunigungssensor, GPS, Gyroskop, Kompass und Pulsuhr. 

Mit der Amazfit GTR 2e bekommst du eine schlanke Fitnessuhr, die ihren Job gut macht und keine wichtigen Funktionen vermissen lässt. Meiner Meinung nach ein wirklich schönes Modell,  welches nicht nur optisch mit deutlich teureren Fitnessuhren mithalten kann. Einzig zwei Aspekte gefallen mir weniger gut. Der Temperatursensor konnte mich nicht recht überzeugen, denn praktische Anwendungen hierfür ergeben sich aus meiner Sicht kaum.

Das Silikonarmband könnte zudem eine etwas rauere Oberfläche aufweisen, denn so neigt die Uhr gerade bei schnellen Bewegungen des Öfteren zu verrutschen. (Diesen Aspekt kann man auch weglassen…)

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HUAWEI GT 2 (46 mm)

Die HUAWEI GT 2 unterscheidet sich schon auf den ersten Blick stark von den bisher vorgestellten und erinnert rein optisch mehr einem futuristischen Chronographen als einer Fitnessuhr. Im Gegensatz zu dem kleineren 42 mm Modell, hat HUAWEI der 46 mm Variante sogar eine echte Lünette spendiert. Das Gehäuse aus Edelstahl liegt mit 12,6 mm nicht gerade flach am Handgelenk an, macht aber einen sehr wertigen Eindruck auf mich und verleiht der Uhr ein sehr markantes Erscheinungsbild.  

Die Menüs sind Huawei typisch sehr übersichtlich gestaltet, auch wenn die Bedienung manchmal nicht ganz flüssig läuft. Hier herrscht meiner Meinung nach Verbesserungsbedarf. Der helle AMOLED-Bildschirm bietet biete ausreichend Kontrast, um die Uhr in jedem Winkel ablesen zu können.

Die Huawei GT 2 bietet mit dem Kadenzmesser, der die Trittfrequenz beim Fahrradfahren messen kann, vor allem für Radsportler eine sehr nützliche Zusatzfunktion.  Der 3D-Kompass ist darüber hinaus sehr interessant, wenn du deine Richtung oft überprüfen willst. Er zeigt jederzeit exakte Werte an und muss dazu nicht wie ein gewöhnlicher Kompass waagerecht ausgerichtet werden.  Insgesamt ist die GT 2 von Huawei mit folgenden Sensoren ausgestattet: 3D-Kompass, Barometer, Beschleunigungssensor, GPS, Gyroskop, Kadenzmesser, Kompass, Pulsuhr, Sauerstoffsensor.

Mit 70 Gramm ist die GT 2 von HUAWEI aber Meinung nach etwas zu schwer, um sie tatsächlich als ständigen Begleiter bei sportlichen Aktivitäten zu tragen. Als Alltagsuhr allerdings gefällt mir die Uhr ausgesprochen gut, auch wenn man WLAN und NFC Funktion vermissen muss und nur Bluetooth für einen Datenaustausch zur Verfügung steht. Wenn du eine Uhr suchst, die du bei verschiedenen Anlässen tragen kannst und dennoch nicht auf Fitness-Funktionen verzichten willst, kann ich dir die GT 2 nur wärmstens empfehlen.  

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Fazit zu unserem Fitnessuhren Test

Hersteller von Fitnessuhren haben es alles andere als leicht, Design, Funktionalität und Performance müssen optimal aufeinander abgestimmt sein. Eine „eierlegende Wollmilchsau“ gibt es daher nicht, gerade bei Modellen im Einstiegssegment musst du daher genau abwägen, welche Funktionen dir persönlich am wichtigsten sind.

Um langfristig fit und gesund zu bleiben, ist es unumgänglich, neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, vor allem regelmäßig Sport zu treiben. Fitnessuhren können dir dabei helfen, deine Belastungsgrenze im Blick zu behalten und dich auf unterschiedliche Weise beim Training unterstützen. Doch auch im Alltag sind viele Funktionen wie Blutdruckmessung,  Herzfrequenzanalyse oder Schlafphasenaufzeichnung nützlich, was Fitnessuhren nicht zwangsläufig nur für Sportler und Hobbysportler interessant machen. Welche Fitnessuhr am besten zu dir passt, ist neben deinem persönlichen Geschmack vor allem von deinen individuellen Bedürfnissen ab.

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